Der zweite Schritt für eine erfolgreiche Bewerbung

Das Kernstück einer jeden Bewerbung ist der Lebenslauf. Er gibt einen Überblick über den Werdegang des Bewerbers und ermöglicht es, seine bisherigen Aufgabengebiete und die zu Grunde liegende Ausbildung nachzuvollziehen. Außerdem gibt der Bewerber im Lebenslauf an, über welche speziellen Fähigkeiten er verfügt und wie stark diese bei ihm ausgeprägt sind. Sogar seine Persönlichkeit kann hieraus zumindest ein wenig abgelesen werden, beispielsweise durch besonderes Engagement außerhalb des Berufs. Im Folgenden wollen wir dir helfen, deinen Lebenslauf im Hinblick auf die Ansprüche eines „Personalerauges“ aufzubereiten.

Fakten, Fakten, Fakten

Grundsätzlich gilt für den Lebenslauf: „Fakten, Fakten, Fakten“. Im Gegensatz zum Anschreiben werden hier keine literarischen Meisterwerke verfasst. Stattdessen werden Lebensläufe tabellarisch angelegt, denn sie sollen einen schnellen Überblick über die Eignung und Qualifikationen eines Bewerbers geben. Der Inhalt sollte zwar vollständig sein, allerdings können für die angestrebte Stelle irrelevante Fakten außen vor bleiben. Das Layout des Lebenslaufes sollte zum Anschreiben passen, ein Stilbruch wirkt niemals positiv.

Die Bestandteile

1. Das Foto

Im oberen Bereich der ersten Seite kann das aktuelle Bewerbungsfoto platziert werden. Dies ist kein muss (laut AGG benötigt man gar kein Foto), rundet die Bewerbung aber ab. Entscheidet man sich für die Platzierung des Fotos auf dem Deckblatt, kann es auf dem Lebenslauf weggelassen werden oder  man verwendet hier in anderes – das ist Geschmackssache. Was es beim Foto zu beachten gibt, findest du im Artikel „Das Bewerbungsfoto“.

2. Persönlich Angaben im Lebenslauf

Der erste inhaltliche Block umfasst die persönlichen Angaben. Der volle Name samt Anschrift und Kontaktdaten gehören hier hinein, ergänzt um Geburtsdatum und Geburtsort. Auf die Angabe des Zweitnamens, der Eltern und der Religion kann in der Regel verzichtet werden. Die Staatsangehörigkeit sollte jedoch spätestens bei ausländischen Bewerbern mit angegeben werden. Umstritten ist, ob Kinder angegeben werden sollten. Aus eigenem Interesse ist es sinnvoll sie nicht zu verschweigen. Es kann sich allerdings empfehlen, diese erst im Bewerbungsgespräch zu thematisieren. So können mögliche Vorbehalte des Arbeitgebers direkt aus der Welt geschafft werden.

3. Ausbildung und beruflicher Werdegang

Anschließend folgen die Abschnitte zum Werdegang, also in je einem eigenen Abschnitt die berufliche Laufbahn und die Stationen innerhalb der Ausbildung. Die Angabe der Stationen kann chronologisch oder in amerikanischer Reihenfolge mit der letzten Position beginnend erfolgen. Meist empfiehlt sich die letztere Variante, da sie die für den Personaler relevanteste Information, die letzte berufliche Station, zuerst aufführt. Folglich sollten erst der berufliche Werdegang und anschließend der Abschnitt für die Ausbildung thematisiert werden. Der Abschnitt für die Ausbildung beginnt ebenfalls mit der letzten Station, meist dem Studium oder der Berufsausbildung. Es folgt der Zeitraum der schulischen Ausbildung unter Angabe des letzten Abschlusses.

4. Zusatzqualifikationen

Zusatzqualifikationen wie Praktika, Auslandssemester oder ehrenamtliche Tätigkeiten, besondere Fähigkeiten wie Fremdsprachen, EDV-Kenntnisse oder Führerschein, und Sonstiges, wie Hobbys oder die Erläuterung von Lücken im Lebenslauf, folgen als ergänzende Bereiche. Dabei gilt immer, es sollte all das angegeben werden, dass für den Personaler tatsächlich relevant ist – und nicht mehr. Insbesondere die Nennung von Hobbys ist zu überdenken. Gerade besonders gefährliche oder zeitaufwendige Hobbys können sogar eher negativ wirken. Andererseits demonstrieren sie ein intaktes Privatleben und signalisieren möglicherweise, dass jemand z.B. auch in Extremsituationen souverän bleibt.

5. Abschluss

Abgeschlossen wird der Lebenslauf mit einer Unterschrift, dem Ort und dem aktuellen (!) Datum.

Wie ausführlich sollte der Lebenslauf sein?

Die Angabe der Zeiträume muss in der Regel nicht auf den Tag genau erfolgen, Monatsangaben genügen. Neben dem Zeitraum für die jeweilige Station wird der gesamte Firmenname sowie ggf. der Standort und die Unternehmensgröße angegeben. Sollte hieraus nicht hervorgehen, um was für ein Unternehmen es sich z.B. dabei handelt, hilft eine kurze Erklärung. Natürlich gehört auch die Stellenbezeichnung zu den Pflichtangaben. Ist die Bezeichnung nicht sofort verständlich, empfiehlt es sich eine geeignete Übersetzung zu wählen. Außerdem gehören die verantworteten Aufgaben und Erfolge dazu. Statt einfach nur das Stellenprofil abzuschreiben, lieber die tatsächlich übernommenen Funktionen angeben. Die zu beantwortende Frage ist immer „Was habe ich, in welchem Zeitraum, wo erreicht?“. Zur Ausbildungsstätte sollten neben dem Namen der Hochschule/des Ausbildungsunternehmens und dem genauen Studiengang auch die genaue Bezeichnung des Abschlusses sowie evtl. vorhandene Schwerpunkte angegeben werden. Mitgeschickte Zeugnisse erübrigen meist die Angabe der Abschlussnoten, sollten sie nicht allzu schlecht ausfallen, empfiehlt es sich jedoch, sie dennoch anzugeben.

Werbung in eigener Sache

Grundsätzlich ist es natürlich immer legitim, sich von der besten Seite präsentieren zu wollen. Lügen sollte man jedoch keinesfalls. Grade (längere) Lücken im Lebenslauf sorgen häufig für eine große Portion Skepsis. Doch auch hier gilt, weder lügen noch verschweigen. Letztendlich ist es auch völlig legitim, sich aus den verschiedensten Gründen mal eine berufliche Auszeit genommen oder aufgezwungen bekommen zu haben. Eine kurze, ehrliche Erklärung beseitigt die Skepsis meist bereits.

Die einzelnen Blöcke müssen natürlich nicht unbedingt untereinander angeordnet werden. Beispielsweise zweispaltige Layouts, können ebenfalls funktionieren. Inspiration können Vorlagen im Netz bieten. Auch ganz eigene, kreative Designs sind eine Alternative zur klassischen Gestaltung, beispielsweise können die beherrschten Programmiersprachen übersichtlich per Punktskala angegeben werden. So werden die Fähigkeiten visualisiert und schnell erfassbar dargestellt. Wie kreativ eine Bewerbung sein darf, ist von Branche, Unternehmen und Personaler abhängig.

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